Eigentlich war es die Idee meines Lebenspartners. Er wollte unbedingt eine Zugreise durch Italien machen, am liebsten mit den Hochgeschwindigkeitszügen.
Ich war ehrlich gesagt ein bisschen skeptisch. Wer mit Zügen in Österreich und Deutschland unterwegs ist, kennt das: Verspätungen, Ausfälle, vollbesetzte Waggons. Ich hatte keine großen Erwartungen.
Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Die Zugreise durch Italien war eine der entspanntesten Arten, die Städte zu besuchen. Kein Mietwagen, kein Stau, kein Parkplatzsuchen.
Einfach einsteigen, aus dem Fenster schauen und ankommen. Und ich kann es jetzt klar sagen: Ich würde es jederzeit wieder so machen, wenn ich zwischen den großen Städten reise.
Unsere Reise führte uns Ende September bis Anfang Oktober durch vier Städte, die unterschiedlicher kaum sein könnten, und genau das hat sie so unvergesslich gemacht.
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Kurzüberblick: Mit dem Zug durch Italien
- Beste Reisezeit für diese Route: Ende September bis Anfang Oktober, angenehm warm und nicht mehr hochsommerlich heiß.
- Empfohlene Dauer: 10–14 Tage für Florenz, Neapel, Rom und Bologna, inklusive Zeit für Tagesausflüge.
- Tickets: Hochgeschwindigkeitszüge frühzeitig online buchen, Papiertickets am Bahnsteig immer entwerten, um Strafen zu vermeiden.
Contents
Warum Ende September der perfekte Zeitpunkt für eine Zugreise durch Italien ist
Ende September ist in Italien eine absolute Traumzeit zum Reisen. Tagsüber warm mit 22–26°C, die Abende werden langsam kühler und angenehmer.
Und das Licht! Das goldene Herbstlicht, das die Altbauten in ein warmes Gelb taucht, ist einfach wunderschön.
Weniger los ist es deswegen aber nicht überall, das solltest du wissen, bevor du mit falschen Erwartungen anreist. Rom und Florenz sind zu jeder Jahreszeit voll, das ist einfach so.
Bologna hingegen war spürbar ruhiger, eine echte Erholung nach den großen Städten. Genau deshalb: Tickets für die beliebtesten Attraktionen immer im Voraus buchen, egal zu welcher Jahreszeit.
Die Route auf einen Blick
Unsere Route führte uns von Nord nach Süd und dann wieder zurück in den Norden:
Florenz → Neapel → Rom → Bologna
Was ich dir empfehlen würde, wenn du diese Reise planst:
- Florenz: 2–3 Tage
- Neapel: 2–3 Tage (mit Tagesausflügen mindestens 3)
- Rom: 3–4 Tage
- Bologna: 1 Tag
Insgesamt also gut 10–14 Tage, je nachdem, wie viel du sehen möchtest und wie sehr du einfach auch mal in einem Café sitzen und das Treiben beobachten willst. Dafür solltest du auf jeden Fall Zeit einplanen.
Für wen eignet sich diese Zugreise?

Diese Zugreise ist ideal, wenn du Italien intensiv erleben möchtest, aber keinen Mietwagen brauchst oder möchtest.
Du reist entspannt von Stadt zu Stadt, ohne dich um Verkehr, Parkplätze oder Maut kümmern zu müssen.
Besonders geeignet ist die Route für Städtereise-Fans, die Kunst, Geschichte und gutes Essen lieben und gern zu Fuß unterwegs sind.
Wir haben übrigens immer in Gehweite von den Bahnhöfen übernachtet. Unsere Hoteltipps und Unterkünfte findest du in unseren jeweiligen Detailartikeln.
Wenn du Zugfahren spannend findest oder es einfach einmal ausprobieren möchtest, sind die modernen Hochgeschwindigkeitszüge in Italien ein perfekter Einstieg.
Als Frau hat mir außerdem gefallen, dass der Zugang zu den Gleisen in größeren Bahnhöfen nur mit Ticket möglich ist.
Dadurch wirken die Bahnsteige ruhiger und sicherer als an vielen anderen Orten in Europa. Wenn du Wert auf ein entspanntes, gut planbares Reisen legst, ist diese Art der Italienreise genau richtig für dich.

Zugtickets für Italien – was du wissen musst
Zugfahren in Italien ist wirklich unkomplizierter als sein Ruf. Man muss nur ein paar Dinge kennen, dann läuft alles prima.
Trenitalia oder Italo?
Auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken zwischen den großen Städten gibt es zwei Anbieter: Trenitalia mit dem Frecciarossa und Italo.
Beide sind gut, pünktlich und komfortabel.
Ich empfehle dir, immer beide zu vergleichen, denn je nach Datum und Buchungszeitpunkt kann der Preisunterschied erheblich sein. Wir sind übrigens mit dem Trenitalia gefahren.
Wie wir unsere Tickets gebucht haben
Wir haben über Omio gebucht und waren wirklich zufrieden damit.
Man sieht sofort beide Anbieter im Vergleich, die Buchung ist unkompliziert und die Entwertung war bei uns automatisch digital erledigt.
Wer direkt über trenitalia.com oder italotreno.it bucht, spart sich eventuelle Buchungsgebühren, muss dann aber auf beiden Seiten schauen.

Der Tipp, den dir kaum jemand gibt: das Ticket entwerten
Das ist wirklich wichtig und wird von vielen unterschätzt: Zugtickets in Italien müssen vor dem Einsteigen entwertet werden.
Wer das vergisst, riskiert ein saftiges Bußgeld, auch wenn das Ticket ordnungsgemäß gekauft und bezahlt ist.
Bei unserer Buchung über Omio war das digital automatisch passiert. Wer aber Tickets am Automaten oder Schalter kauft, muss auf dem Bahnsteig unbedingt die kleinen gelben oder grünen Stempelgeräte benutzen, bevor man in den Zug steigt.
Erst stempeln, dann einsteigen. Klingt simpel, aber im Reisestress vergisst man es schnell.

Was mich an den italienischen Bahnhöfen positiv überrascht hat
Ich hatte vorher keine großen Erwartungen an die Bahnhöfe, aber ehrlich gesagt war ich wirklich positiv überrascht.
An den größeren Bahnhöfen kommst du zu den Gleisen nur mit gültigem Ticket. Es gibt Absperrungen und Kontrollen, ähnlich wie am Flughafen.
Was das bedeutet: Auf den Bahnsteigen ist es ruhig, übersichtlich und sicher. Gerade als Frau, die viel reist, finde ich das unglaublich angenehm.
Keine Belästigung, kein unangenehmes Gedränge von Leuten ohne Fahrabsicht. Einfach entspannt warten und einsteigen.
Und dann die Züge selbst: Die Hochgeschwindigkeitszüge fahren auf bestimmten Strecken bis zu 300 km/h.
Das klingt nach viel, aber weißt du was? Wir haben das kaum gemerkt.
Die Züge fahren so ruhig und gleichmäßig, dass man eher das Gefühl hat, in einem modernen Büro zu sitzen (ich arbeite für den Blog auch unterwegs) als in einem Zug, der mit 300 Sachen durch Italien rast.
Für mich ist das einer der Gründe, warum mir diese Art zu reisen dann doch sehr gefallen hat.
Zudem war die Anbindung von Bologna nach Innsbruck mit der ÖBB (und weiter nach München) ohne Umsteigen ein weiterer Pluspunkt. (Ab Bologna konnten wir mit den Schnellzügen innerhalb von Italien fahren.)
Fahrzeiten auf einen Blick
| Strecke | Fahrzeit | Preis ab (ca.) |
|---|---|---|
| Florenz → Neapel | ca. 3 Std. | ab 25 € |
| Neapel → Rom | ca. 1 Std. 10 Min. | ab 15 € |
| Rom → Bologna | ca. 2 Std. | ab 20 € |
Die Züge fahren auf diesen Strecken sehr regelmäßig, oft stündlich.
Bei Frühbuchung ab etwa 4 Monate vorher bekommst du die besten Preise, aber spontan klappt es auch. Es wird nur teurer.
Florenz

Florenz war unser Startpunkt, und was für ein Start. Die Stadt ist wirklich so schön, wie alle sagen.
Vielleicht sogar schöner, wenn man Ende September ankommt und das Licht so golden über die Dächer fällt. Ich war schon einmal mit meiner Nichte und Mum während eines Toskana Roadtrips in Florenz, damals aber im Hochsommer.
Ende September war es ein wenig ruhiger, aber immer noch sehr voll.
Die Uffizien und David-Statue – bitte Tickets im Voraus buchen

Ich sage es direkt: Ohne vorgebuchte Tickets wirst du hier sehr viel Zeit in der Schlange stehen. Online vorbuchen ist für mich Pflicht.
Die Uffizien beherbergen eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt, mit Botticellis „Geburt der Venus”, Raffael und Michelangelo.
Aber auch die David-Statue in der Galleria dell’Accademia gehört zu einem Besuch dazu.
Und das ist nur der Anfang. Florenz hat so viel mehr zu bieten. In meinen Tagesprogrammen und Geheimtipps für Florenz findest du alles, was du wirklich gesehen haben solltest:
Neapel

Neapel ist eine Stadt, die polarisiert. Sie ist chaotisch, laut, manchmal überwältigend und gleichzeitig so lebendig und echt, dass man gar nicht aufhören möchte, durch die Gassen zu laufen.
Entweder man mag Neapel oder nicht.
Uns hat Neapel super gefallen. Die Stadt selber und natürlich auch die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.
Pizza in Neapel und wie man die langen Schlangen umgeht
Ja, die bekanntesten Pizzerien der Stadt haben Warteschlangen, die sich die Straße entlang schlängeln.
Und ja, die Pizza ist es wert. Aber es gibt Wege, genauso gut zu essen, ohne eine Stunde anzustehen. Wo genau und wie, das verrate ich dir in meinem ausführlichen Neapel-Artikel.
Street Food Tour durch die Altstadt – mein persönliches Highlight

Wenn du in Neapel nur eine Sache buchst, dann eine Street Food Tour durch die Altstadt. Das war für mich eines der Highlights der gesamten Reise. Hier kannst du unseren ehrlichen Erfahrungsbericht zur Neapel Street-Food-Tour lesen.
Wir haben nicht nur die lokalen Spezialitäten probiert, von frittierten Snacks bis zu süßen Klassikern der neapolitanischen Küche, sondern haben auch die einzige Limoncello-Fabrik Neapels besucht.
Zuzuschauen, wie er hergestellt wird, und dann zu verkosten ist einfach fantastisch. Solche Touren findest du im Voraus über GetYourGuide, wo wir diese Tour auch gebucht haben.
Tagesausflug: Vesuv, Pompeji und Herculaneum

Von Neapel aus lassen sich drei der beeindruckendsten Ausflugsziele Italiens bequem erreichen, und das alles mit dem Zug beziehungsweise Bus.
Vesuv: Mit einer Bustour oder einem organisierten Ausflug von Neapel aus erreichbar. Der Aufstieg zum Krater dauert zu Fuß etwa 30 Minuten und der Blick über den Golf von Neapel, den du oben bekommst, ist absolut atemberaubend.
Ende September und Anfang Oktober ist das Wetter dafür ideal. Hier findest du unseren Erfahrungsbericht zum Besuch des Vesuv mit Tipps und einem Video mit Blick in den Krater.

Pompeji: Mit der Circumvesuviana, der lokalen Bahn ab Neapel Centrale, in etwa 35 Minuten erreichbar. Plane mindestens einen halben Tag ein, besser einen ganzen. Die Ausgrabungen sind riesig und man verliert sich wirklich darin.
Herculaneum: Ebenfalls mit dem Zug erreichbar, in etwa 20 Minuten, und meiner Meinung nach das schönere der beiden Ausgrabungsstädte.
Kleiner als Pompeji, aber erheblich besser erhalten. Hier siehst du noch Farben an den Wänden, Mosaike, Alltagsgegenstände. Details, die in Pompeji längst verwittert sind.
Wenn du wie wir beides machen möchtest: Herculaneum am Vormittag, Pompeji am Nachmittag ist eine gute Kombination.
Hier kommst du zu unserem Erfahrungsbericht über Herculaneum und Pompeji inklusive Tipps zur Anreise (die richtigen Infos für den Zug zu finden war gar nicht so einfach).
Hier kommst du zu allen Tipps zur Planung deines Aufenthaltes in Neapel und Umgebung:
Rom

Rom ist überwältigend. Das war mir schon vor der Reise klar und trotzdem hat mich die Stadt wieder überrascht.
Anfang Oktober ist das es noch angenehm war und die Temperaturen um die 20–22°C machen stundenlanges Laufen zum Vergnügen.
Aber es kann dir auch passieren, dass du Rom im Regen erleben kannst so wie wir. Wir wurden beim Anstehen vor dem Petersdom richtig schön eingeweicht.
Die großen Sehenswürdigkeiten – Tickets immer vorbuchen

Rom ist zu jeder Jahreszeit voll, Anfang Oktober genauso.
Wir haben das akzeptiert und einfach alle Tickets im Voraus gebucht. Das hat uns wirklich viel Nerven gespart.
Kolosseum, Forum Romanum und die Vatikanischen Museen sind ein Muss, aber bitte mit vorgebuchtem Ticket. Unsere Tipps dazu und wo wir vorab gebucht haben findest du hier:
Kolosseum und Forum Romanum: Tipps zum Besuch
Tipps zum Besuch des Petersdom und den Vatikanischen Museen
Das Pantheon ist seit einigen Jahren kostenpflichtig, der Eintrittspreis ist aber überschaubar, und das Gebäude gehört zu den faszinierendsten Bauwerken der Stadt.
Die schönsten Aussichten und Geheimtipps

Mein echter Tipp für Rom: Schau dir die Stadt von oben an. Unsere Lieblingsaussichtsplätze findest du in diesem Artikel: Rom von oben
Einen Geheimtipp möchten wir dir auch verraten. Es geht hier neben dem Trevi-Brunnen unter die Erde in die Stadt des Wassers. Mehr dazu kannst du hier nachlesen: Rom Geheimtipps
Dabei auch wo du am besten in Rom übernachten kannst (nach Viertel und Budget) und unsere optimierten Tagesprogramme.
Alle Artikel zur Planung findest du in unseren
Bologna

Bologna war eine persönliche Überraschung auf dieser Reise. Die Stadt wird noch immer unterschätzt, aber das ändert sich gerade.
Anfang Oktober wirkt Bologna besonders stimmungsvoll: Die Studenten sind zurück, denn Bologna hat eine der ältesten Universitäten der Welt, und die Stadt hat ein paar schöne Sehenswürdigkeiten.
Und im Vergleich zu Florenz und Rom? Deutlich ruhiger. Eine echte Wohltat, bevor wir mit dem Direktzug zurück nach Innsbruck gefahren sind.
Wenn du noch mehr Zeit hast, dann würde ich dir empfehlen, einen Zwischenstopp in Verona einzulegen. Hier findest du Tipps für einen Tag in Verona. Die Stadt ist eine meiner Lieblingsstädte in Norditalien.
40 Kilometer Arkaden

Die Portici, die Arkadengänge Bolognas, ziehen sich über mehr als 40 Kilometer durch die Innenstadt.
Seit 2021 sind sie UNESCO-Weltkulturerbe. Bei Herbstsonne eine eigene Art zu spazieren, geschützt, gemütlich, immer etwas zu schauen. Man kann die gesamte Altstadt erkunden, ohne je direkt in der prallen Sonne oder im Regen zu laufen, wie es uns passiert ist.
Essen in Bologna

Bologna heißt nicht umsonst „La Grassa”, die Fette. Hier kommt das echte Ragù alla Bolognese her, hier wurden Tortellini erfunden, hier gibt es die beste Mortadella.
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Häufige Fragen zur Zugreise durch Italien
Muss ich das Zugticket in Italien wirklich entwerten?
Bei Tickets, die am Automaten oder Schalter gekauft werden: ja, unbedingt. Online-Tickets über Omio, die Trenitalia-App oder Italo sind in der Regel bereits digital validiert. Im Zweifel lieber stempeln.
Wann wird das Gleis in Italien angezeigt?
Oft erst 10–15 Minuten vor Abfahrt. Das ist völlig normal, kein Grund zur Panik. Einfach die Anzeigetafeln im Blick behalten.
Wie weit im Voraus sollte ich Tickets kaufen?
Frühbuchertickets sind ab etwa 4 Monate vorher erhältlich und deutlich günstiger. Kurzfristig geht es auch, wird aber teurer.
Lohnt sich ein Interrail-Pass für diese Route?
Für eine reine Rundreise durch vier Städte meistens nicht. Einzeltickets sind bei Frühbuchung günstiger. Bei einer längeren Europareise sieht das anders aus.
Sind die Züge in Italien pünktlich?
Auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken mit Frecciarossa und Italo überwiegend ja. Regionale Züge sind weniger verlässlich, für diese Route aber kaum relevant.
Was kostet eine Zugreise durch Italien ungefähr?
Bei Frühbuchung zahlst du für alle drei Strecken zwischen den Städten zusammen gut 60–80 €. Günstiger als Inlandsflüge und deutlich komfortabler.
Warst du schon mit dem Zug durch Italien? Oder planst du diese Route? Schreib mir in die Kommentare, ich beantworte jede Frage persönlich.
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zuletzt aktualisiert am May 26, 2026