Fotografieren auf Reisen: Safari und Wildtierfotografie mit dem Teleobjektiv

Wildtiere während einer Safari zu fotografieren kann je nach Safarigebiet zu einer (schönen) Herausforderung werden. Welches Objektiv dafür am besten geeignet ist stelle ich dir hier vor.

Anzeige. Mittlerweile war ich auf 4 Safarireisen. Die erste Safari ging 2017 nach Südafrika an den Rande des Kruger Nationalparks in Südafrika. Ein Jahr später, im April 2018 war ich auf Safari in der Kalahari im Süden Namibias und einige Tage später im nördlichen Teil Namibias im bekanntestem Safarigebiet: dem Etosha Nationalpark.

Gerade bin ich aus Indien zurück gekommen. Dort ging ich auf Safari im Ranthambore Nationalpark, wo man mit viel Glück den bengalischen Tiger und Leoparden sehen kann.

Jede Safari war anders und bei der ersten Safari in Südafrika konnten wir so nahe an die Wildtiere heran, dass ich kein Teleobjektiv benötigte (und auch keines dabei hatte).

In der Kalahari, im Etosha Nationalpark und vor allem im Ranthambore Nationalpark in Indien war ein Teleobjektiv jedoch unerlässlich, da die Wildtiere weiter weg waren.

Fotografieren auf Reisen – Tipps für Safaris und Wildtierfotografie

Ein Teleobjektiv ist natürlich keine geringe finanzielle Anschaffung, aber wer sich auf eine ohnehin teure Safari begibt und dort nur mit einem Handy auftaucht, wird sich sehr ärgern.

So habe ich es persönlich bei jeder Safari erlebt. Ich war meistens die einzige, welche ein Teleobjektiv dabei hatte und die anderen haben sich immer geärgert, da sie auf dem Handy höchstens einen kleinen Punkt drauf hatten, anstatt das Tier.

Fotografieren auf Reisen mit einem Teleobjektiv

Welches Teleobjektiv ist für eine Safari am besten geeignet?

Welches Objektiv für eine Safari am besten geeignet ist hängt immer davon ab, in welchem Gebiet man unterwegs ist. Die Landschaften, Flora und Fauna sind von Land zu Land und sogar von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich. Neben den Fahrwegen spielen auch das Wasservorkommen eine Rolle, also wo sich die Tiere aufhalten und wie weit dies von den Schotterwegen entfernt ist. Da die meisten von uns sich jedoch nicht eine große Palette an Objektiven kaufen bzw. auf Reisen mitnehmen möchte, stelle ich euch ein Objektiv vor, welches meiner Meinung nach bei Safaris Sinn macht.

Meine Erfahrungen zu Safaris in Indien, Namibia und Südafrika

Ich hatte in Namibia, als auch in Indien das Canon EF 70-200mm f/2.8L IS II USM dabei (wurde mir zum Testen zur Verfügung gestellt). Auch wenn es größere Teleobjektive gibt, wie zB. das 400mm oder das 600mm war ich vor allem in Indien froh darüber, dass ich kein größeres Teleobjektiv dabei hatte.

Fotografieren auf Reisen: Safari und Wildtierfotografie

Der erste Grund war, dass das 400mm und das 600mm sehr groß sind und viel Platz beanspruchen und zweitens, dass ich dafür unbedingt ein Stativ benötigt hätte um Verwackler zu vermeiden oder zumindest einen Platz im Jeep, an dem das Objektiv positioniert werden kann.

Dies ist an und für sich natürlich kein Problem. Allerdings wäre es bei der Safari in Indien unmöglich gewesen ein Stativ aufzubauen oder das Objektiv passend zu positionieren.

Es war nämlich so, dass die Tiere sich ja nie so verhalten wie wir es gerne hätten. In Indien war es so, dass wir drei Safarifahrten gemacht haben.

Fotografieren auf Reisen: Safari und Wildtierfotografie

Bei der ersten Ausfahrt am Nachmittag waren wir in einem größeren Jeep unterwegs. Da ich die einzige mit einer anständigen Kamera und Teleobjektiv war, durfte ich mich neben den Fahrer setzen und hatte freie Sicht auf die Umgebung und konnte schon vor allen anderen die Tiere sehen. Da sich natürlich nicht alle Tiere auf meiner Wagenseite aufhalten, bin ich oft auch aufgestanden (in Indien durften wir dies, bei der Safari in Südafrika nicht) und habe die Tiere, die sich auf der rechten Wagenseite befanden, fotografiert. (In Indien herrscht Linksverkehr, deshalb sitzt der Fahrer rechts.)

Mit einem größeren Objektiv und unter Zeitdruck wäre es für mich schwierig gewesen Freihand zu fotografieren.

Bei der zweiten Ausfahrt bei Morgengrauen waren wir in einem kleinen Jeep unterwegs. Meine Mum und ich saßen ein wenig erhöht ganz hinten. Da wir auf einem sehr holprigen und steinigen Gebirgspfad unterwegs waren und ich auch keine gute Auflage für ein größeres Objektiv hatte war ich auch hier froh, das handliche 70-200 mm Objektiv dabei zu haben.

Fotografieren auf Reisen: Safari und Wildtierfotografie

Glücksfall Leopardensichtung im Ranthambore Nationalpark, Indien

Bei dieser Ausfahrt entdeckten wir noch einen Leoparden, welcher in einem Wald faul auf einem Stein lag. Um ihn fotografieren zu können, musste ich auf den schmalen Trittstufen des Jeeps stehen und mich hin und her bewegen, und mit manuellem Fokus arbeiten, um ihn zu erwischen. (Hat sicher lustig ausgesehen.) Der Jeep stand nämlich so, dass von meinem Sitzplatz aus ein Baum den Leopard verdeckt hat.

Mit einem größeren Objektiv hätte ich auch hier keine guten Chancen gehabt den Leopard zu fotografieren. Mit dem 70-200mm Objektiv konnte ich noch auf den Trittstufen herumturnen (meine Mum hielt dabei meine Oberschenkel fest, damit ich nicht rücklings vom Jeep fiel).

Was ich allerdings dazu sagen muss, ist, dass ich mit einem größeren Teleobjektiv wie dem 400mm oder dem 600mm den Leoparden näher herangebracht hätte. Er war wirklich sehr weit von uns entfernt. Mit dem Handy, was die anderen dabei hatten, sah man auf dem Foto gar nichts von einem Leoparden.

Bei der dritten Ausfahrt am Nachmittag sahen wir dann endlich einen Tiger. Dieser wollte aber auch nichts von uns wissen und lag faul hinter einem Busch am Boden. Eigentlich unmöglich ihn zu fotografieren, aber ich habe es versucht. Ich klemmte meine Füße unter das Armaturenbrett des Jeeps (der Guide hat mich netterweise neben den Fahrer gelassen, da ich wieder die einzige war, die eine richtige Kamera dabei hatte), saß dabei auf der Beifahrertüre und lehnte mich weit zurück. Der Tiger befand sich vor dem Jeep.

Fotografieren auf Reisen: Safari und Wildtierfotografie

Der Tiger hatte definitiv keine Lust auf ein Fotoshooting. Mehr bekamen wir von ihm nicht zu Gesicht.

Auch hier musste ich mit dem manuellen Fokus herumspielen, damit nicht der Busch, sondern der dahinter liegende Tiger fokussiert war. (Anschließend war ich nicht nur klatschnass, sondern auch konditionell am Ende). Da sag mal einer Fotografieren sei nicht anstrengend.

Auch hier hätte mir ein größeres Objektiv nichts genutzt. Das heißt jetzt nicht, dass ein 400mm oder 600mm nicht super wäre, aber bei der Safari in Indien hätte ich zu 80% nicht viel davon gehabt.

Bei der Safari in Namibia hätte sich ein 400mm oder auch 600mm sehr wohl gelohnt, ich kam aber auch dort sehr gut mit dem 70-200mm gut zurecht.

In Indien während unserer Rajasthanreise waren wir auch einen Tag in Dholpur, einem noch weniger bekannten Ort. In Dholpur hatten wir eine Bootssafari auf dem Chambalfluss eingeplant.

Fotografieren auf Reisen: Safari und WildtierfotografieAbendliche Bootssafari am Chambalfluss

Am Chambalfluss gibt es Delfine, Krokodile und Alligatoren, sowie Wasserbüffel und zahlreiche Vogelarten. Der Chambalfluss ist zur Zeit unseres Besuches an die 300 m breit gewesen, er kann aber auch bis zu 600 m breit werden.

Auch hier war das Teleobjektiv unerlässlich, um die Wildtiere zu fotografieren. Wir haben viele Krokodile und Alligatoren gesehen, als auch Schildkröten und Vögel. Ein Delfin ist kurz aufgetaucht, hierbei war ich allerdings nicht schnell genug, um ihn zu fotografieren. Auch wenn unser Kapitän uns nahe an die Tiere herangebracht hat, brauchte ich ein Teleobjektiv, um sie halbwegs “einzufangen”.

Fotografieren auf Reisen: Safari und Wildtierfotografie

Fotografieren auf Reisen: Safari und Wildtierfotografie

Fotografieren auf Reisen: Safari und Wildtierfotografie

Fazit: Meine Empfehlung für Safaris ist hier definitiv ein Teleobjektiv wie das Canon EF 70-200mm f/2.8L IS II USM oder ein vergleichbares Objektiv. Es lohnt sich auf jeden Fall in ein ordentliches Objektiv zu investieren, damit das Ergebnis scharf ist und man überhaupt das Wildtier auf dem Foto sieht.

Als Gehäuse hatte ich die Canon EOS 6D Mark II dabei.

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Offenlegung: Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Canon Austria. Die Meinung bleibt meine eigene.

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