Leben im Ausland: Als Privatlehrerin über die Meere segeln

Ein Leben im Ausland und das Meer haben mich schon immer fasziniert. Deshalb habe ich auch vor einigen Jahren damit begonnen meine Leidenschaft in Form dieses Blogs zu verwirklichen und über meine Reisen zu berichten. Jahre bevor dies geschah, lebte und unterrichtete ich für 10 Monate auf einem Katamaran in Privatbesitz und konnte unendlich viel auf der Reise erleben.

Wie kam es dazu, dass ich als Privatlehrerin auf einem Katamaran gelebt und gearbeitet habe?

2001 habe ich meine Ausbildung als Volksschullehrerin (Grundschullehrerin) abgeschlossen und begonnen, als Lehrerin in Tirol zu arbeiten. 2003 bekam ich die Chance als Privatlehrerin auf einem 18m langen und 8m breiten Katamaran zu unterrichten, zu leben und die Welt vom Meer aus zu entdecken.

Meine Aufgabe war es, zwei US-Amerikanerinnen zu unterrichten. Die beiden Mädchen waren für zwei Jahre von ihrer Schule frei gestellt und erhielten Schulbücher und einen Lehrplan, welchen ich während der Weltreise mit ihnen durchging. Neben dem Unterricht hatten wir genug Zeit die Städte, Inseln und Plätze zu erkunden. 

Leben im Ausland: Als Privatlehrerin über die Meere segelnTraumstrand auf den Turks&Caicos

Unsere 10monatige Route mit dem Katamaran

Während die Familie insgesamt 2 Jahre auf Weltreise mit dem Katamaran unterwegs war, begleitete ich sie im 2. Jahr.

1. Kroatien

Im August bin ich nach Dubrovnik gefahren, was damals mit dem Auto beinahe 20 Stunden gedauert hat. Es gab damals noch keine Autobahn. Die Fahrt durch Kroatien entlang der Küste war landschaftlich sehr schön, jedoch ging es an manchen Stellen nur im Schneckentempo voran. (Traktoren, Schlaglöcher,… Das ganze Programm.)

Den ganzen August und bis Mitte September verbrachten wir an der Küste in Kroatien zwischen Dubrovnik und Krk. Wir ankerten vor den schönsten Inseln Kroatiens. Unter uns das klarste Wasser, das man sich nur vorstellen kann.

2. Sizilien

Zweiter Stopp war Sizilien. Vom Hafen in Palermo aus ging es auf Entdeckungstour zum Mount Ätna, nach Taormina und natürlich nach Palermo.

Am meisten hat mich der Ätna fasziniert. Ich kam mir oben vor wie auf dem Mond. 

Am gruseligsten fand ich in Palermo die Kapuzinergruft. Diese sieht mich sicher nicht noch einmal. Brrrrr.

3. Sardinien

Geplant war es von Sizilien direkt nach Mallorca zu segeln. Ein Sturm in der Nacht machte dieses Vorhaben jedoch zunichte.

Die Wellen waren so groß, dass das Wasser mehrfach über den Katamaran gespült wurde. Während der Nacht, als ich im Bett lag, wurde ich ein paar Mal zehn Zentimeter aus dem Bett gehoben, als wir über die Wellen brachen.

Am Morgen hatten wir ein paar Souvenirs an Bord. Fliegende Fische und ein Squid lagen auf dem Deck.

In Sardinien selber verbrachten wir ein paar Tage in Cagliari und machten eine Zugfahrt ins Landesinnere.

Leben im Ausland: Als Privatlehrerin über die Meere segeln

Kurz vor der Überquerung des Atlantiks in Gran Canaria

4. Mallorca

Als wir in Mallorca ankamen war es schon Anfang November. Die Insel war somit weniger besucht und der Strand am Ballermann war wunderbar leer und einsam.

Neben Palma sahen wir uns im Osten der Insel einige Örtchen an und die Cuevas del Drach in Porto Cristo. 

5. Gibraltar

Bevor es aus dem Mittelmeer raus ging nach Gran Canaria besuchten wir die Makaken auf dem Felsen von Gibraltar, sowie die Kalksteinhöhle Saint Michael’s.

Leben im Ausland: Als Privatlehrerin über die Meere segeln

Spätestens im November muss man mit dem Schiff das Meer bei Gibraltar verlassen, denn dann beginnt die Strömung für kleine Schiffe zu stark zu werden, um in den Atlantik zu kommen. 

Nach Gran Canaria segelten wir ein paar Tage und wurden immer wieder von Delfinen begleitet.

6. Mit dem Katamaran über den Atlantik segeln

Eines der größten Abenteuer während dieser 10 Monate im Ausland war definitiv die Überquerung des Atlantischen Ozeans.

Beinahe 15 Tage hat das Segeln über den Atlantik gedauert. 

Leben im Ausland: Als Privatlehrerin über die Meere segeln

Meine Tipps dazu = 5 Dinge, die man wissen sollte, wenn man über einen Ozean segelt.

Bevor die ARC (Atlantic Rally for Cruisers), bei der wir dabei waren, startete, gab es eine Woche lang Parties, Veranstaltungen und Juxrennen im Hafen.

Zeit genug, um Gran Canaria mit dem Auto zu entdecken, die Dünen von Mas Palomas zu erklimmen und Party zu machen.

7. Karibik

Nach fast 15 Tagen erreichten wir wieder Land und festen Boden unter den Füßen. Auch wenn mir oft gesagt wurde, dass der Boden unter den Füßen schwankt, wenn man nach einem Segeltörn wieder auf festen Grund tritt: Es stimmt nicht. Bei mir jedenfalls nicht. Liegt vielleicht auch daran, dass wir bei Eintreffen in St. Lucia um kurz vor 7 Uhr in der Früh gleich einen Rumpunsch in die Hand gedrückt bekamen. 🙂

Die Vorweihnachtszeit verbrachten wir in St. Lucia, Martinique und St. Martin (Sint Maarten). 

An Weihnachten und zwischendurch flog ich immer wieder mal nach Hause oder meine Familie kam mich auf den Bahamas besuchen.

Fast ein halbes Jahr habe ich in der Karibik gelebt. Wir sind von Insel zu Insel gesegelt und es ist genauso traumhaft wie es klingt.

Leben im Ausland: Als Privatlehrerin über die Meere segeln

Sandy Key Island vor Jost van Dyke

Meine Favoriten an Inseln in der Karibik habe ich bereits in einem Blogpost über die 10 schönsten Inseln der Karibik veröffentlicht bzw. auch über Puerto Ricos versteckte Höhlen.

Leben auf einem Katamaran

Auf dem Katamaran lebten wir zu 7. Plus Katze. Ich hatte mein eigenes Zimmer im Bug des Katamarans. Dieses war mit einem Doppelbett ausgestattet, sowie einem eigenen Badezimmer mit Dusche, WC und Waschtisch. Zudem hatte ich in meinem Zimmer einen TV und DVD-Player. Links und rechts meines erhöhten Bettes waren Fenster. So hatte ich immer die Möglichkeit das Meer zu sehen. Außerdem gab es in meinem Zimmer noch einen kleinen Sitzbereich und viel Stauraum für meine Kleidung und Dinge, die ich so brauchte. Ich hatte also ein recht luxuriöses Zimmer.

Seekrankheit

Ich wurde schon öfter gefragt, wie es mit der Seekrankheit so war. Als wir über den Atlantik segelten habe ich mir hinters Ohr ein Pflaster geklebt. Dieses hilft, dass einem nicht schwindlig und schlecht wird. Leider habe ich es nicht vertragen. Es hat zu jucken und nässen angefangen und ich habe es entfernt. Am Anfang war mir öfter übel, aber nach ca. drei Tagen hat sich mein Körper an den Wellengang (5 Meter hohe Wellen) gewohnt und ich hatte kein Problem mehr.

Am schlimmsten war es, als wir von St. Lucia nach Martinique segelten. Hier habe ich, glaube ich mich zu erinnern, die “Fische gefüttert”. 

 

Was habe ich aus meiner Erfahrung gelernt, was ich gerne weitergeben möchte:

Auch wenn es wie ein Traum klingt (und es auch war) konnte ich mich zu Beginn schwer entscheiden, ob ich die Möglichkeit wahrnehmen wollte. Zu der Zeit war ich in einer Beziehung und konnte mich nicht entscheiden, ob ich zu Hause bleiben sollte oder für 10 Monate ins Ausland gehen und nicht wissen, ob die Beziehung dies übersteht.

Was mir als Entscheidung geholfen hat, war der folgende Satz, den ich seither immer wieder bei jeder Entscheidung heranziehe und der dir vielleicht auch hilft:

Werde ich es mein Leben lang bereuen, wenn ich diese Möglichkeit nicht ergreife?

Die Antwort auf die Frage war in meinem Fall: JA! Ich würde es bereuen und hätte es heute sehr bereut, wenn ich diese Möglichkeit als Privatlehrerin auf einem Katamaran zu leben und zu unterrichten nicht wahrgenommen hätte.

Dieser Artikel aus der Rubrik Persönliches ist Teil der Blogparade Leben im Ausland auf Imprintmytravel.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.