Niederschlesien Tipps: Unterwegs im Glatzer Land

Vom Norden in Tschechien aus ist es nur ein Katzensprung ins Glatzer Land in Polen, welches auch als Region Kłodzko bekannt ist.

Wir haben diese Region während eines Polen Roadtrips entdeckt und zeigen dir hier unsere Niederschlesien Tipps, die schönsten Sehenswürdigkeiten und Highlights für die Gegend.

Darunter unter anderem beeindruckende Schlösser und Festungen, aber auch Naturwunder wie die längste Höhe in den Sudeten und eine der schönsten Wanderungen, welche ich seit langem gemacht habe.

Außerdem stellen wir dir eine besondere Unterkunft vor. Aber mehr dazu weiter unten im Artikel.

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Unsere Tipps für Niederschlesien, genauer gesagt für die Region Glatzer Land, möchten wir dir hier vorstellen:

Niederschlesien Tipps für die Region Kłodzko (Glatz)

Sonnenuntergang im Glatzer Land Polen

Die Straße nach Niederschlesien in Polen in den Mittelsudeten führt uns meistens durch dichte Mischwälder. Die Straßen sind gut ausgebaut und wir kommen gut voran.

…und dann sind wir im Südwesten von Polen angekommen. Der Polen Roadtrip beginnt mit einem traumhaften Sonnenuntergang.

Unser Apartement befindet sich in der Nähe der tschechischen Grenze.

Der kleine Ortsteil heißt Nowa Bystrzyca, gehört zur Stadt Bystrzyca Kłodzka und dient uns als Homebase während unseres Polen Urlaubes.

Was uns in diese Region gezogen hat sind die beeindruckenden Sehenswürdigkeiten und Naturwunder fernab von Massentourismus.

Schon beim Lesen auf der Seite von PolandSoulTravel kommt man ins Träumen und Staunen.

Ich zitiere:
“In dem Film „Die Chroniken von Narnia” träumt Lucia Pevensie an diesem Ort davon, den Löwen Aslan zu treffen. Doch die Region Kłodzko gibt es wirklich…”. Die Region beherbergt auch “…eines der wenigen Plattengebirge der Welt,…”…”Darüber hinaus gibt es hier Torfmoore sowie eine beeindruckende Tropfsteinhöhle, in der Überreste von Höhlenbären entdeckt wurden.”

Wer davon nicht schon beeindruckt ist und die nächste Reise planen möchte, dem kann niemand helfen.

Sehenswürdigkeiten Niederschlesien mit Fokus auf das Glatzer Land

Gut zu wissen: Die Region Kłodzko, also das Glatzer Land, gehört heute verwaltungsmäßig zur Woiwodschaft Niederschlesien. Historisch war die Region jedoch lange von der Region Niederschlesien getrennt. 

Nach dem schlesischen Krieg im Jahr 1742 kam die Region zu Preußen. Die imposanten Festungen in Kłodzko und Srebrna Góra wurden errichtet oder ausgebaut, um den Status dieser Gegend als Teil von Preußen zu sichern.

Erst später wurde diese Grenzregion dann ein Teil von Niederschlesien.

Nun zu den schönsten Highlights und Sehenswürdigkeiten, welche wir während unserer Rundreise besucht haben:

1. Die Bärenhöhle und Tropfsteinhöhle in Jaskinia Niedźwiedzia

Höhlenbären in Polen
Höhlenbärskelett im Eingangsbereich der Bärenhöhle

Die Bärenhöhle hat ihren Namen daher, dass hier Knochenreste von Höhlenbären gefunden wurden. Aber nicht nur diese haben hier eine Zeit lang gelebt, sondern auch Höhlenlöwen und andere Tiere aus dem Pleistozän.

Die Höhle, in welcher sich auch beeindruckende Tropfsteingebilde befinden, ist übrigens die längste Höhle in den Sudeten.

Die Bärenhöhle befindet sich im Dorf Kletno.

Die Anfahrt zur Höhle von unserem Urlaubsdomizil aus führt zum Schluss über eine einspurige Fahrbahn. Da hier nur wenige Autos verkehren ist dies kein Problem.

Zudem gibt es immer wieder Ausweichmöglichkeiten.

Wir sind auch an der Uranmine in Kletno vorbei gefahren. Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, wäre diese auch auf unserem Plan gestanden.

Vom Parkplatz aus geht es zu Fuß zur Bärenhöhle weiter. Ab und zu verkehrt auch ein kleiner Shuttlebus. 

Das Parken am Parkplatz kostet umgerechnet ca. 3,50€. 

Tipp: Während der Polenreise ist es übrigens immer gut, etwas Bargeld dabei zu haben. Oft kosten Parkplätze Geld und es gibt auch andere Orte, wo nur mit Bargeld bezahlt werden kann.

Zu Fuß geht es dann ungefähr 20 Minuten über eine asphaltierte Straße durch den Mischwald und vorbei an kleinen Bächen leicht aufwärts bis zum Eingang der Bärenhöhle. 

Wanderung zur Bärenhöhle
Wanderweg zur Bärenhöhle Jaskinia Niedźwiedzia

Was auch noch zu erwähnen ist: Für den Besuch der Bärenhöhle muss vorab ein Ticket reserviert werden.

Auf der Webseite muss dazu der Tag und die Uhrzeit der Besichtigung gebucht werden, da pro Tag nur eine gewisse Anzahl von Personen die Höhle betreten darf.

Die Reservierung mit der gebuchten Zeit muss an der Kassa im Eingangsbereich der Bärenhöhle vorgezeigt werden.

Dann kann man das Ticket an der Kassa kaufen.

Dies kostet im Moment 55 PLN. Wer fotografieren möchte bezahlt extra 15 PLN pro Person. Dafür erhält man einen Aufkleber, welcher für den Guide gut sichtbar getragen werden muss.

Rucksäcke, Schirme und Taschen müssen im Eingangsbereich gelassen werden. Dafür gibt es Schließfächer. Größere Rucksäcke können in einem extra Raum deponiert werden.

Bis zum Beginn der Führung konnten wir uns im Eingangsfoyer über die Höhle und deren Geschichte informieren.

Es befindet sich hier ein ausgestelltes Skelett eines eiszeitlichen Höhlenbären.

Außerdem gibt es hier auch weitere Knochen von ehemaligen Höhlenbewohnern, sowie eine Ausstellung von diversen Steinen und Edelsteinen, welche in dieser Region gefunden wurden. 

Höhlenlöwe in Niederschlesien
im Vordergrund der Schädel eines Höhlenlöwen

Zudem lässt sich die Wartezeit bei einem Café im Imbiss verkürzen oder einem Film über die Entdeckung und Erforschung der Höhle (leider nur auf polnisch).

Die Gruppenführung ist mit höchstens 15 Personen überschaubar.

Die Führung war auf polnisch, aber wir haben einen Audioguide erhalten und unser Guide hat uns immer darauf hingewiesen, wann wir bei welcher Station auf Play drücken sollten. 

Der Gang durch die Höhle und vor allem die Stalagmiten, Stalaktiten und weitere Gesteinsformationen sind sehr beeindruckend. Auch die Lichtershow mit musikalischer Begleitung in einem der Räume der Höhle ist eines der vielen Highlights. 

in der Bärenhöhle Jaskinia Niedźwiedzia

Tipps für den Besuch der Höhle: Bei einer konstanten Temperatur von 6 Grad ist es in der Höhle ziemlich kühl.

Warme Kleidung ist für die ca. 45 Minuten lange Führung durch die Höhle ein Muss.

Die Höhle ist außer Montag und Donnerstag täglich geöffnet.

2. Schloss Kamenz – Residenz der Marianne von Oranien-Nassau

Der Palast der Marianne von Oranien ist der schönste Palast in Polen.

Zumindest war er dies und wird auch in Kürze wieder hoffentlich in voller Schönheit erstrahlen. 

Die Residenz der Marianne von Oranien im neugotischen Stil wurde im 19. Jahrhundert erbaut. Fertiggestellt wurde der Palast im Jahre 1902. 

Schloss Kamenz Residenz der Marianne von Oranien

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Palast leider geplündert und verwüstet und 1946 brannte ein Teil davon ab. In der Schlosskapelle sind noch die verkohlten Holzbalken, welche sich in der Wand befinden, zu sehen.

Ab 1986 war der Palast für 40 Jahre von einer Privatperson gepachtet, jedoch 2012 von der hiesigen Gemeinde erworben.

Seitdem wird das Schloss restauriert und renoviert und ist seit 2013 für Besucher geöffnet.

Die ca. 1-stündige Führung durch das Schloss war hier nur auf polnisch.

Leider gab es keinen Audioguide, aber ein paar Schautafeln, welche auch auf deutsch und englisch waren.

Residenz der Marianne von Oranien in Polen

Die Räume, vor allem der Ballsaal, die Aussichtsterrasse und der Speisesaal sind beeindruckend.

Hier sind noch einzelne ursprüngliche Fresken und Deckengemälde zu sehen.

Zudem gibt es schwarz-weiß-Fotografien aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg, welche die Schönheit und den Prunk des Palastes zeigen und erahnen lassen.

Im Erdgeschoss des Schlosses befinden sich noch ein paar Möbel, etwas Geschirr und weitere Utensilien, welche die Zerstörung überdauert haben.

Schön ist auch ein Spaziergang durch den riesigen Park. An dessen Ende befindet sich auch das Mausoleum, welches auch besucht werden kann. 

Neben dem Palast kann auch die Rote Kirche (Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit) in der Palast-Parkanlage besucht werden oder die ehemalige Klosterkirche Mariä Himmelfahrt und St. Jakobus der Ältere, welche sich in Gehweite befindet.

Auf Tipp unserer Vermieterin Krystyna haben wir auf der Rückfahrt einen kurzen Zwischenstopp im Ort Bardo gemacht.

Ein schöner kleiner Ort mit einem neuen Café, in welchem es sehr gute Desserts gibt. Eine Kaffeepause im Stary Most lohnt sich. 

3. Goldmine Złoty Stok

Die Goldmine von Złoty Stok befindet sich nicht weit entfernt von der Bärenhöhle und dem Palast der Marianne von Oranien.

Diese Goldmine zählt zu einer der ältesten Bergbau- und Hüttenzentren von Mitteleuropa. 16 Tonnen reines Gold wurden hier während der Betreibung des Bergwerks geschürft.

Stollen in der Goldmine

Zuerst geht es bei der Führung in den ersten Hauptstollen.

Hier wird der Prozess der Goldgewinnung dargestellt. So geht es hier etwa um die Auslaugung des Goldes und der Prozess der Goldgewinnung.

Anschließend verlassen wir den Stollen und wandern ein kleines Stück hinauf durch den Wald und einen Weg weiter bis zum Eingang des zweiten Hauptstollens. Hier geht es zuerst über eine enge Metallwendeltreppe hinunter in die Tiefe der Mine.

Eine der Hauptattraktionen ist hier ein 8 m hoher, unterirdischer Wasserfall. Dieser ist der einzig bekannte unterirdische Wasserfall in Polen.

Eine interessante Lichtinstallation, welche auf eine Nebelwand projiziert wird, eine Rutsche und Fabelwesen sorgen hier für Abwechslung während des Ganges durch die unterirdischen Gänge.

Zum Schluss fahren wir mit einer orangefarbenen Bahn durch den engen Stollen hinaus und befinden uns wieder am Ausgangspunkt.

Goldmine in Niederschlesien
Ausfahrt mit der Bahn aus dem Stollen

In einer kleinen Hütte wird uns noch von einer Verkäuferin im Laden gezeigt, wie kleine Goldbarren gegossen werden. (Hier wurde jedoch kein Gold dafür verwendet). Wahrscheinlich Silber.

Die Goldmine in Złoty Stok ist ein spannendes Ausflugsziel.

Auch für Familien. Denn neben der Mine gibt es hier auch einen Hochseilgarten, eine mittelalterliche Siedlung und es können Münzen und Goldbarren gegossen werden. 

Goldmine Führung durch den Stollen

Einziger Nachteil war, dass die Führung nur auf polnisch war und uns der Guide mehr oder weniger ignoriert hat.

Ob dies immer so der Fall ist oder nicht können wir nicht sagen.

Wir kamen an, haben die Tickets gekauft und der Verkäufer an der Ticketkassa hat uns gesagt, dass die Führung vor 5 Minuten angefangen hat und wir entweder warten können oder uns noch anschließen können.

Wir haben die Führung gleich gemacht und ein Mitarbeiter hat uns zur bereits laufenden Führung gebracht.

Besser also vorher auf der Webseite nachschauen und eine Führung buchen.

Trotzdem war es für uns ein interessanter Besuch.

4. Die größte Bergfestung in Europa: Festung Silberberg (Srebrna Góra)

größte Bergfestung in Europa in Srebrna Gora
Auf dem Guide ist ein Teil der Anlage von oben zu sehen und im Hintergrund der Eingang zum Donjon.

Die Festung Silberberg, das Srebrna Góra Fort, hat mich schon bei der Recherche für die Reise von Anfang an gleich beeindruckt. Vor allem die Luftaufnahme der Festung. Hier wird die massive Bauweise und die Größe der Anlage bereits ersichtlich.

Die Festung Silberberg ist die größte Bergfestung Europas, war eine der modernsten Festungsanlagen dieser Art weltweit und zählt zu den Hauptattraktionen im heutigen Niederschlesien. 

Vom gebührenpflichtigen Parkplatz aus führt der Weg über eine asphaltierte Straße hinauf bis zum Gipfel des Hügels.

Der Weg ist ca. 1 Kilometer lang und führt zum Tor mit der Aufschrift Niederbastion. 

Die Festung Silberberg wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut. König Friedrich II. ließ sie zur Sicherung des von Preußens eroberten Schlesiens erbauen. 

Die Festung wurde so gut konstruiert, dass sie nie erobert werden konnte. Selbst Napoleon hatte hier keine Chance die Festung hoch über dem Ort Srebrna Góra einzunehmen.

Von der Niederbastion, in welcher wir das Ticket für den Zugang zur Festungsanlage kaufen, geht es weiter zum Donjon, auch als Adlertor bekannt.

Der Donjon besteht hier aus 4 Türmen, welche durch Gebäude mit dicken Wänden aus Stein verbunden sind.

Hier befindet sich auch der höchste Bereich der gesamten Festung. 

Über eine Außenstiege können die Türme des Donjon erreicht werden.

Die Aussicht hier ist gewaltig. Ringsum sind Wälder zu sehen, die Dörfer und Städte der Umgebung und die Felder. Während unseres Besuches Mitte Mai blüht hier der gelbe Raps. 

Von oben ist hier auch die immense Größe der Anlage zu sehen.

Im Moment wird hier noch restauriert und Teile der Anlage sind für uns nicht zugänglich gewesen.

Geplant ist, dass die meisten Arbeiten bis im Frühjahr 2024 abgeschlossen sind und es soll dann möglich sein, hier auch zu übernachten.

Führung durch die Festung Silberberg

Im Donjon gibt es eine Ausstellung und Informationen über das Leben der Soldaten in der Festungsanlage.

Neben Originalkanonen und Uniformen ist hier auch ein Besuch der Schlafkammer der Soldaten, Vorratskammern und vieles mehr zu sehen.

Wer in Begleitung eines Guides unterwegs ist kann zudem hinunter in die dunklen Gänge gehen und den Donjon via eines Fluchttunnels verlassen.

5. Festung Kłodzko und die Stadt Kłodzko

Klodzko mit Festung Klodzko

Eine weitere imposante Festungsanlage befindet sich im Zentrum der Stadt Kłodzko.

Die Festung überragt die Altstadt und ist über eine breite Stiege zu erreichen.

Ein Teil der Festungsanlage ist öffentlich zugänglich. Für die Aussstellung und dem Zugang zum Inneren der Festung ist ein Ticket nötig. 

Was die Festung so einzigartig macht sind die komplexen und einzigartigen Untergrundkorridore, auch als Untergrundlabyrinth bezeichnet.

Es wurde ursprünglich von den Österreichern gebaut und später von den Preußen erweitert. 

Die Korridore und Tunnel können während einer eigenen Tour erkundet werden. Diese ist jedoch separat von der Festung Kłodzko.

Nicht nur die Festung in Kłodzko ist interessant, sondern auch ein Spaziergang durch die Altstadt. Wir sind hier von der Festung aus in Richtung Fluss spaziert und sind so bei den schönsten Sehenswürdigkeiten vorbei gekommen.

6. Wanderung Szczeliniec Wielki (Große Heuscheuer)

schönste Wanderung in Polen

Die Tafelberge im Süden von Polen zählen zu einem der wenigen Plattengebirge der Welt.

Die Wanderung entlang eines Rundwanderweges, welche mit 3,5 Kilometern überschaubar ist, zählt für mich zu einer der schönsten Wanderungen, welche ich seit langem gemacht habe und in die Liste „die schönsten Plätze der Welt„.

Wir sind dazu in den kleinen Ort Karłów gefahren. Vom kostenpflichtigen Parkplatz führt eine asphaltierte Straße Richtung Szczeliniec Wielki.

Den Startpunkt des Rundwanderweges kann man zum Glück gar nicht verfehlen.

Hinweistafeln weisen den rechten Weg. Von hier aus geht es über Stufen und Holzstege hinauf durch den Mischwald. Schon von Anfang an sind hier die Natur und die Felsen beeindruckend.

Ich komme aus dem Fotografieren gar nicht mehr heraus. Die Felsformationen werden immer größer und schöner und umso weiter wir gehen umso besser wird die Wanderung. 

Am schönsten sind die Felsen dann nach dem Aussichtspunkt, welcher sich bei einer Hütte befindet. Wer Hunger oder Durst hat kann sich hier stärken. Wir gehen jedoch weiter.

Hier ist auch eine Kassa und bevor es weiter entlang des Rundwanderweges geht wird hier ein Ticket gekauft. Bargeld dabei haben ist also ein Muss. 

Wir kommen an Felsformationen wie der Affe, die Enten, der Elefant und vielen mehr vorbei.

Besonders beeindruckend finde ich die Hölle. Zwischen zwei hohen Felswänden geht es über eine sehr schmale Steintreppe hinunter. Die Hölle ist wohl eingefroren!

Hier befindet sich noch immer Schnee. Am Ende geht es wieder eng zwischen Felsen hinauf in den Himmel.

Und es wird immer noch spektakulärer. Zwischen zwei Felswänden befindet sich ein höchstens 1 Meter hoher Spalt, durch welchen wir in der Hocke sitzend hindurch müssen. Abenteuer und Spaß pur!

Schon alleine diese Wanderung ist es wert, eine Reise nach Polen zu machen! 

Wanderung Plattengebirge Szczeliniec Wielki

Wieder am Ausgangspunkt angekommen geht es für uns zurück zum Parkplatz.

Entlang der Straße durch den Ort kommen wir an kleinen Ständen vorbei und probieren noch einen gegrillten Räucherkäse mit Preiselbeermarmelade. 

Insgesamt haben wir ungefähr 3 ½ Stunden für die Rundwanderung gebraucht. Das lag aber nicht an dem langen Weg, sondern weil wir vor lauter Staunen sehr oft stehen geblieben sind.

Lesetipp: Ca. 3 Stunden von Szceliniec Wilke entfernt befindet sich eine weitere traumhafte Wanderung. Hier kannst du mehr darüber nachlesen: Geheimtipp Böhmische Schweiz – Wanderung am Kammweg

Tipp: Die Wanderung am besten während der Woche machen. Am Wochenende ist hier sehr viel los, da dies ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Einheimische als auch Touristen ist.

Tipp: Wer selber nicht fahren möchte, kann auch eine geführte Tour zu Szczeliniec Wielki von Breslau aus machen.

7. Papiermühle in Duszniki-Zdrój

Papiermühle in Polen

Die Stadt Duszniki-Zdrój befindet sich in der Nähe des Szczeliniec Wielki. Hier ist die Papiermühle mit dem Papiermuseum ein lohnenswertes Ausflugsziel. 

Das Gebäude, welches im 16. Jahrhundert erbaut wurde und beständig erneuert oder umgebaut wurde, ist die einzige noch in Betrieb befindliche Papiermühle in Polen.

Das Papier, welches hier hergestellt wurde, war von so hoher Qualität, dass es von den Landesherren von Prag, Wien, Berlin und Warschau verwendet wurde.

Auch Fryderyk Chopin schreibe seine Briefe auf dem Papier der Papiermacherfamilien Kretschmer, Heller und Wiehr. 

Heute befindet sich in den Räumlichkeiten das Papiermuseum.

Mittels Audioguide (auch auf deutsch) kann das Museum selber erkundet werden. Hier werden die verschiedenen Arten vorgestellt, wie und woraus Papier früher erstellt wurde.

Zudem erfahren wir, wie die Qualität des Papiers überprüft wurde. Außerdem sind hier verschiedene Maschinen ausgestellt, wie etwa eine Kuvertfaltmaschine.

Im Untergeschoss kann Papier geschöpft werden, wie auch in der einzigen Papiermühle in Österreich. (Hier habe ich im Waldviertel schon während einer Reise Papier geschöpft.)

In den oberen Stockwerken der Papiermühle befinden sich zwei wunderschöne Räume mit einem besonderen Wandgemälde, welches vermutlich aus dem 17. oder 18. Jahrhundert stammt. 

Wandgemälde in der Papiermühle

Seit 2017 gibt es in den Räumlichkeiten auch eine Ausstellung über das Polnische Papiergeld.

Hier konnten wir im Labor mit Geräten die Echtheit des Papiergeldes überprüfen, sowie die Wasserzeichen, Mikrodrucke und Schutzvorrichtungen sehen, welche nur unter UV- oder Infrarotlicht sichtbar sind. 

Polnisches Papiergeld Ausstellung

In einem weiteren Raum gibt es eine Ausstellung über die Papierkunst.

Hier sind Grafiken, Bilder und literarische Werke zeitgenössischer Kunst ausgestellt.

Und wenn man ein besonderes Papier kaufen möchte, dann gibt es hier das Elefantenpapier, welches aus den Exkrementen der Elefanten hergestellt wird.

Tipp: In Duszniki-Zdrój befinden sich neben der Papiermühle auch einige Thermalbäder und eine schöne Parkanlage.

Artystyka Ecotourism – gemütliches Apartment inmitten der Natur

Ökotourismus Appartement in Niederschlesien

Während unserer Rundreise in Polen haben wir das Artystyka als unseren Ausgangspunkt gewählt. Es war unser Zuhause weg von zu Hause. 

Das Apartment befindet sich im Dachgeschoss einer umgebauten Scheune und bietet ultimative Privatsphäre. 

Von der großen Glasfront aus ist nur unberührte Natur zu sehen.

Der Blick schweift hier über Wiesen und Wälder und abends haben wir immer 6 Hirschkühe beim Grasen beobachten können. Manchmal sollen hier auch wilde Schweine vorbei schauen. Diese konnten wir jedoch leider nicht entdecken.

Es fahren hier keine Autos vorbei und der nächste Nachbar befindet sich ca. 25o Meter vom Anwesen entfernt.

Der perfekte Ausgangspunkt und Urlaubsort für Ruhesuchende.

Alle Sehenswürdigkeiten befinden sich zudem im Umkreis von einer halben Stunde bis höchstens einer Stunde Fahrtzeit vom Artystyka Ecotourism entfernt.

Luxus Ferienwohnung Niederschlesien

Unser Apartement ist mit einem Schlafzimmer, einer kleinen Küche, einem Bad mit Dusche und WC ausgestattet.

Zudem gibt es einen Balkon.

Der offen gehaltene Wohn- und Essraum ist aufgrund der großen Glasfront hell und gemütlich.

Ein kleiner Kamin, welchen wir jeden Abend eingeheizt haben und die beiden Stühle inklusive Tisch mit Blick auf die Natur tragen zur Gemütlichkeit bei.

Luxus Ferienwohnung in umgebauter Scheune

Die Ferienwohnung kann für bis zu 4 Personen gebucht werden.

Neben dem Schlafzimmer befinden sich noch zwei weitere Matratzen auf einer Empore, welche über eine Holzleiter erreicht werden kann. Urgemütlich!

Das Frühstück wurde uns jeden Morgen von Krystyna direkt ins Apartment geliefert.

Sie backt selber das Brot und ihr Mann ist der Koch im Haus. Jeden Morgen haben wir ein anderes vegetarisches bzw. veganes, reichhaltiges Frühstück bekommen.

Luxus Ferienwohnung mit Biofrühstück

Besonderen Wert legt das Ehepaar auf frische, lokale Zutaten.

Viele davon kommen aus dem eigenen Garten, dem Wald und dem Erdgewächshaus, ein sogenanntes Walipini. Hier können das ganze Jahr über Gemüse angebaut und geerntet werden.

Krystyna und ihr Mann Kajetan sind nach ihrem Kunststudium in die Region gezogen. Heute bietet Krystyna auch Workshops an, welche sehr beliebt sind. Es gibt hier Keramik- und Naturkosmetikworkshops. 

Wir sind leider einen Tag zu spät angereist, um am Naturworkshop teilzunehmen, aber Krystyna hat mir eine Gesichtscreme geschenkt, welche aus Veilchen hergestellt wurde.

Naturkosmetik Workshop in Niederschlesien
Naturkosmetik Workshop, Herstellung von Veilchencreme Foto ©Krystyna Kolonko | artystyka.eu

Mehr über das Artystyka und die Workshops gibt es hier. Die Webseite ist auf polnisch aber Krystyna spricht perfekt Englisch und beantwortet sicher gerne alle Fragen.

Fazit zur Reise nach Niederschlesien Polen / Region Glatzer Land

Zuerst wollten wir auch die Stadt Breslau in unsere Rundreise miteinplanen.

Aber es hat so viel in der Region zu sehen gegeben, dass wir uns einen Besuch der Städte in Polen für eine weitere Reise aufsparen.

Polen, genauer gesagt die Region Glatzer Land, hat uns sehr beeindruckt und nur positive Assoziationen hinterlassen. 

Wir waren insgesamt 5 Tage in der Region unterwegs.

Obwohl wir viel gesehen haben war die Reise auf das Thema Slow Travel ausgelegt.

Dafür eignet sich das Glatzer Land hervorragend. Hier gibt es nicht nur besondere Attraktionen, sondern es lässt sich hier zugleich sehr gut abschalten.

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Über die Autorin

Christina Leutner ist Reiseexpertin, Reisebloggerin und Autorin, die sich auf Roadtrips, Städtereisen, Luxusreisen und Outdoor spezialisiert hat.
Sie teilt seit über 10 Jahren ihre Reiseerfahrungen auf CitySeaCountry.

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CitySeaCountry Reiseblog aus Österreich

Offenlegung: Dieser Artikel entstand in entgeltlicher Kooperation mit PolandSoulTravel. Die Meinung darüber bleibt jedoch unbeeinflusst.

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zuletzt aktualisiert am April 18, 2024

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