Reisebloggerinnen über das Thema Reiseinspiration und Reise planen

Im Web gibt es viele interessante Reisebloggerinnen und noch mehr faszinierende Geschichten. Meine Neugier hat mich geplagt und ich habe 7 Reisebloggerinnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz gelöchert, wie und woher sie ihre Inspirationen für künftige Reisen erhalten.

Wir Reisebloggerinnen kommen viel in der Welt herum und sind ständig am Planen von Reisen und suchen nach Inspiration für die nächste Reise.

Ich habe einige der besten Reisebloggerinnen befragt, wie sie ihren Reise planen und woher sie Inspirationen, Ideen und Insidertipps für die nächsten Reisen bekommen.

Diese Antworten kamen dabei heraus: 

Wo holt ihr euch eure Reiseinspiration für zukünftige Reisen?

1. Monika von Travelworldonline

Reisebloggerinnen über Reiseinspiration und Reisen planen

Woher ich meine Inspirationen für neue Reisen nehme? Ganz einfach, von früheren Reisen. Mein Mann Petar und ich sind „Intensiv-Reisende“, d.h. wir wollen ein Land oder eine Region bis in seine Tiefen kennen lernen, Kontakte mit den Menschen knüpfen, in ihre Kochtöpfe schauen, ihre Geschichten hören, ihre Feste mitfeiern und erfahren, wie und wovon sie leben.

Das bedeutet für uns, dass wir ein Land nicht nur einmal bereisen. In den USA und in Kanada sind wir schon seit Jahrzehnten immer wieder unterwegs, und auch Südafrika, Zentralamerika, Australien und verschiedene Länder Europas haben wir so bereits mehrmals bereist. Und jede dieser Reisen macht uns neugierig auf einen anderen Aspekt des Landes, den wir noch genauer kennenlernen wollen

Gewöhnlich beginnen wir eine solche Erkundung eines neuen Landes oder einer unbekannten Region mit einer ersten Reise, die uns einen Überblick verschafft, und auf der wir Ideen und Kontakte sammeln für künftige Reisen. Als erstes Hilfsmittel dient uns dafür der gute alte Reiseführer, der uns erst einmal zeigt, was es vor Ort so alles gibt, was sehenswert ist und was uns erste Einblicke in das Leben vor Ort verschafft.

Und natürlich holen wir uns Tipps aus dem Internet.
Die erste ist meist die unbefriedigenste Reise, fahren wir dabei doch an vielen Orten und Menschen vorbei, die uns neugierig machen, und die wir gern näher kennenlernen würden, wofür uns jedoch – aus Unkenntnis – die Zeit fehlt. Solche Punkte und Kontakte notieren wir uns für zukünftige Reisen, und auf diese Weise haben wir bereits viele Plätze, Feste und Personen gesehen und getroffen, die wir im Leben nicht mehr vergessen werden.

Darunter ist der Hummerfischer, mit dem wir in Nova Scotia aufs Meer hinausfuhren, um seine Hummerfallen einzuholen, oder die Pensionswirtin, die uns mit ihren witzigen Geschichten die Mentalität der Neufundländer so nahe gebracht hat wie niemand sonst.

Aber auch in Europa lässt sich so etwas erleben, wie beim Umzug der Schön-Perchten im österreichischen Ebenseein diesem Jahr. Das sind Erlebnisse, die wir suchen, und von denen wir oft erst hören, wenn wir mit den Menschen vor Ort sprechen, wie zum Beispiel bei unserem Aufenthalt im Spreewald vor ein paar Wochen, wo wir neugierig gemacht wurden auf die Lebensweise der Sorben.

Vielleicht werden wir uns das Leben dieser Volksgruppe einmal auf einer zukünftigen Reise genauer anschauen. Wer weiß? Auf jeden Fall steht das bereits auf unserer Reisewunschliste.

Monika Fuchs von Travelworldonline

2. Ute von Bravebird

Bravebird Ute Kranz

Für mich gab es von Anfang an zwei Leitsätze, was das Reisen angeht:

1.) Mit den weit entfernten Zielen beginnen – Deutschland und Europa kann ich auch noch im Alter bereisen!

2.) Die besten Highlights der Welt mitnehmen – Wer weiß, wie lange ich lebe!

Damit war gleich zu Anfang der Grundstein gelegt, mich zuerst in die Ferne zu orientieren: Chichén Itzá in Mexiko, Halongbucht in Vietnam, Machu Picchu in Peru, Salar de Uyuni in Bolivien, Galapagos, Patagonien, Feuerland, Tibet und New York waren nur einige der Ziele, die dabei auf dem Plan standen.

Je mehr Puzzleteile sich dabei zusammensetzten, umso geringer wurde die Auswahl und umso einfacher ergaben sich weitere Reisepläne. Inspiration hole ich mir immer aus einer Vielzahl verschiedener Medien. Da ich ein sehr visueller Mensch bin, sind für mich Bildbände in Kombination mit Fernsehdokumentationen die wichtigsten Grundlagen meiner Reisen. Die Reiseroute ergibt sich dann oft durch Beispiele in Rundreise-Prospekten von Reiseveranstaltern oder durch das Guidebook. Da nicht jedes Land zu jeder Jahreszeit sinnvoll zu bereisen ist, kommen auch noch das Internet und verschiedene speziellere Ratgeber ins Spiel.

Im Laufe der Zeit und mit wachsender Erfahrung ändern sich nicht nur die Ziele, sondern auch die Bedürfnisse für Reise-Inspirationen. Ich persönlich interessiere mich inzwischen stärker für kulturelle und soziale Hintergründe, die es eher in Artikel von Magazinen zu finden gibt. Alles in allem ist es eine bunte Mischung aus vielen kleinen Inspirationen. Manchmal ist es auch einfach nur ein Gefühl oder ein Land, das einen plötzlich aus einem unerklärlichen Grund magisch anzieht.

Zum Thema „Leitsätze“ musste ich jetzt feststellen, dass diese unter Umständen nicht ein Leben lang halten. Denn Leitsatz Nr. 1 funktioniert natürlich nur, wenn man auch in Deutschland lebt und das ist bei mir mittlerweile nicht mehr so sicher… Life is a journey!

Ute Kranz von Bravebird

3. Sarah von Rapunzel will raus

Reisebloggerinnen über Reiseinspiration und Reisen planen

Inspiration für meine Reisen zu finden, ist grundsätzlich das letzte Problem womit ich zu kämpfen habe, denn am liebsten möchte ich die ganze Welt sehen! Es gibt daher auch kein Land, welches ich nicht bereisen möchte.

Natürlich habe ich aber auch eine Art Favoritenliste mit Orten, welche ich lieber früher als später gesehen haben möchte.

Einen Teil der Inspiration bekomme ich aus dem Internet, in erster Linie von anderen Reiseblogs. Es gibt unglaublich viele davon und mit einigen kann ich mich stark identifizieren. Diese sind für mich verlässliche Quellen für aktuelle und informative Berichte, sie sorgen also auch für Inspiration.

Was ich auch sehr gerne mag sind Reisemagazine wie zum Beispiel „Travel and Leisure“ . Es macht Spass am Kiosk zu stehen und darin rumzublättern. So werde ich auf Destinationen aufmerksam, die sonst vielleicht nicht an oberster Stelle gestanden hätten. Das Plus an Reisemagazinen sind weniger die Informationen, sondern die professionellen Bildaufnahmen, welche sehr verführerisch sein können.

Eine weitere, persönliche Art der Reiseinspiration ist, es mir gemütlich zu machen und meinen Atlas durchzublättern. Dieser hat zu allen Ländern einen Kurzbeschrieb mit Bildern und es macht einfach Spass, darin rumzublättern. Da kommt dann immer sofort „Das hört sich ja toll an, da will ich hin“, und schon sitze ich am Computer und suche nach Flügen. So ist schon manche Reise entstanden….

Sarah Althaus von Rapunzelwillraus

4. Mela von Individualicious

Reisebloggerinnen über Reiseinspiration und Reisen planen

Neues Jahr, neue Reisen. Meist stelle ich mir zu Jahresbeginn einen (imaginären) Reiseplan mit Zielen für das kommende Jahr zusammen. Meist eine Mischung aus Städtetrips, Wochenendtrips und ein bis zwei größeren Reisen.

Die Inspiration zu den Zielen kommt bei mir mehr unbewusst als bewusst – beim Lesen in Zeitschriften, Magazinen und Blogs.

Irgendwann ist dann ein Ziel aber so fix in meinem Kopf verankert, dass ich dort in den nächsten Monaten einfach hin muss. Sobald das Ziel abgesteckt ist, beginnt die Sammlung an Inspirationen bei mir erst so richtig. 

Ich lese Magazine, Blogs, stöbere auf Pinterest und google mich vom Hundertsten ins Tausendste. Zugegeben: Mindestens genauso gern wie ich auf Reisen bin, suche ich im Netz nach Insidertipps fernab von den 08/15 Sehenswürdigkeiten, die in jedem Reiseführer stehen.

 Pinterest ist für mich eine tolle Sammlung an Bildern und Links, die mich zu weiteren Artikeln und Inspirationsquellen führen. Viele jener Tipps, die ich vor Ort dann abklappere, habe ich ursprünglich über Pinterest gefunden.

Zudem habe ich zwei, drei Blogs parat, wo ich garantiert immer fündig werde. Schlussendlich sammle ich die wichtigsten Orte in meinem Everplaces-Profil  damit ich die Tipps dann auf Reisen offline immer mit dabei habe.

Aber nicht vergessen: Die besten Entdeckungen macht man immer noch dann, wenn man sich einfach auf das Reiseziel einlässt und durch die Gassen und Landschaften treiben lässt!

Mela Mörtenbeck von Individualicious

 

5. Jutta von 6 Grad Ost

Reisebloggerinnen über Reiseinspiration und Reisen planen
ⓒ Runólfur Hauksson

Woher ich meine Reiseinspiration nehme? Aus Geschichten … und Bildern.

Es können Reportagen in der Tageszeitung oder in Magazinen sein. Natürlich auch Bilder, an denen ich beim Surfen im Netz hängen bleibe. Meine wichtigste Inspirationsquelle bleiben jedoch Bücher.

So hat beispielsweise Simon Becketts „Cold Ashes“ die Hebriden an die Spitze meiner „Sehnsuchtsliste“ katapultiert. Bis dato wusste ich – ganz ehrlich – rein gar nichts über die abgelegene schottische Inselgruppe. Vielleicht lag es an der düsteren Geschichte, an der Beschreibung der kargen, einsamen Landschaft oder des distanzierten Charakters der Inselbewohner? Alles passte so gut zusammen und hat mich wahnsinnig neugierig gemacht. Wie leben die Menschen dort am Rande Europas tatsächlich? Die Hebriden stehen definitiv auf meiner Reisewunschliste für 2014.

Auch Irland, das zwar immer irgendeine Rolle bei unserer familiären Urlaubsplanung gespielt hat, es schlussendlich aber nie auf Platz 1 schaffte. Dass ich nun partout – und am liebsten gleich – dorthin reisen muss, weiß ich, seit ich Heinrich Bölls „Irisches Tagebuch“ gelesen habe. Auf seinen Spuren wandeln scheint mir derzeit das Nonplusultra.

Und wo ich schon bei der aktuellen Reiseplanung bin, kann ich gleich noch eine dritte literarische Inspiration nennen: „The Paris Wife“, eine Novelle über Ernest Hemingways erste Ehe und seine Zeit in Paris. Ernest und seine Frau Hadley lebten damals in einem Haus in Saint Germain. Heute ist es ein charmantes Hotel. Eine Übernachtung im d’Angleterre ist also ein Muss für Hemingway-Fans, oder? Im vergangenen Jahr hat die Zeit für einen Abstecher nach Paris leider nicht gereicht. Hoffentlich aber in diesem Sommer.

Reisebloggerinnen über Reiseinspiration und Reisen planen
Foto: Jutta Ingala

 Seit 20 Jahren lese ich übrigens National Geographic – nicht den Traveller. Und auch wenn – oder gerade weil – das Magazin ein Kaleidoskop unterschiedlichster Themen ist, hat es mich zu vielen Reisen inspiriert. Zuletzt zum Besuch des magischen Antelope Canyon in Arizona.

Jutta M. Ingala von 6GradOst

6. Inka von Blickgewinkelt

Reisebloggerinnen über Reiseinspiration und Reisen planen

Natürlich habe ich genau wie die meisten anderen schon eine laaaaaange Liste im Kopf mit verschiedenen Orten oder Events, die ich gerne mal besuchen würde, und als Reiseblogger wird die logischerweise auch nicht gerade kürzer, wenn man immer wieder die Berichte der Kollegen liest.

Was bei mir immer ausschlaggebend ist: Tolle Naturfotos gepaart mit einer interessanten Geschichte, damit bekommt mich jeder.

Ein langer Sandstrand ist also eher weniger mein Eyecatcher, sondern abenteuerliche Orte, interessante Farben, selbstverständlich Kamele (Kamele gehen immer), aber auch mal tolle Bauwerke.

So bin ich in Kasachstan extra einen hunderte Kilometer weiten Umweg gefahren, um das Khoja Ahmed Yasawi Mausoleum zu bestaunen, das heute UNESCO Kulturerbe ist, weil ich das im Internet gefunden hatte und es nicht nur wunderschön ist, sondern auch eine sehr interessante Geschichte hat.

Reisebloggerinnen über Reiseinspiration und Reisen planen
Khoja Ahmed Yasawi Mausoleum in Kasachstan Foto: Inka von Blickgewinkelt

Bei „Eisländern“, also Grönland, die Antarktis und Island braucht es keine Geschichte, da reicht die Aussicht aufs Eis, denn ich bin einfach total eisverliebt. Svalbard wäre daher auf jeden Fall ein weiteres Ziel, oder Lappland im Winter.

Manchmal ist es auch reiner Zufall, wodurch ich inspiriert werde: Kürzlich habe ich einen Kontakt zu Tadjikistan bekommen, und seitdem ich die Bilder sah und vom Land las, bin ich total angefixt.

Das nimmt dann manchmal bei mir solche Ausmaße an, dass ich gar nicht mehr davon ablassen kann, mich in diese Reiseidee verbeiße wie ein Pit Bull, und obwohl schon im vorhinein alles schief geht und alle Sterne schlecht stehen, fahre ich dann trotzdem.

Sagen wir so: Ich bin zwar mal mehr und mal weniger inspiriert, aber eigentlich kann doch jede Reise die beste Deines Lebens werden, es hängt nur von der eigenen Einstellung ab.

Inka Chall von Blickgewinkelt

7. Anja von Travel on Toast

Reisebloggerinnen über Reiseinspiration und Reisen planen

Ich frage oft andere Reisende nach ihren Lieblingsländern oder -gebieten. So bin ich z. B. nach Neuseeland, Mexiko oder Nicaragua gelangt.

Reiseführer habe ich noch während meiner Weltreise vor einigen Jahren genutzt.

Inzwischen verlasse ich mich ganz auf andere Blogger – sie bieten aktuellere Informationen, Geheimtipps und persönliche Eindrücke.

Da ich viele Reiseblogs lese, kann ich einschätzen, ob sie mit meinem Reisestil übereinstimmen. Ein Beispiel: Sarah schreibt auf Heimatherz über ferne Länder und Essen, sie reist wie ich auch häufig individuell.

Anja Beckmann von Travel on Toast

Weitere Ideen rund um das Thema Reiseinspirationen findest du auf meiner Homepage CitySeaCountry.

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